Die SPD im hiesigen Wahlkreis feiert ihren Wahlkampfauftakt mit einem Fest rund um den Werkraum Schöpflin. Bundestagskandidat Jonas Hoffmann und die baden-württembergische Spitzenkandidatin Leni Breymaier stellten ihre Programme vor. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

Entspannter kann man einen Wahlkampfauftakt eigentlich nicht begehen. Lockere Gespräche und knackige Reden beim Apéro mit lässiger Musik: Die SPD im Wahlkreis Lörrach-Müllheim hat mit einer Veranstaltung rund um den Werkraum Schöpflin in Lörrach-Brombach ihren Bundestagswahlkampf gestartet.

Der hiesige Kandidat Jonas Hoffmann bekam bei seiner Präsentation vor gut 150 Anwesenden prominente Unterstützung von der Schweizer Großrätin Elisabeth Burgener-Brogli (Aargau) und vor allem von Leni Breymaier, Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin der SPD in Baden-Württemberg.

„Die Schere zwischen Arm und Reich muss wieder kleiner werden“

Breymaier gibt sich kämpferisch. „Bei den jüngsten drei Landtagswahlen ist nicht über Inhalte abgestimmt worden“, erklärte sie, weshalb die „Programm-Partei SPD“ gerade ihrer überzeugenden Inhalte wegen jetzt umso mehr in die Waagschal werfen müsse. Ungeachtet der leicht abgeebbten Euphorie um Spitzenkandidat Martin Schulz liege die SPD weiter um rund acht Prozentpunkte vor den Umfragewerten vor Schulz’ Zeit. Stolz ist sie über den Zulauf zur Partei: „1900 Mitglieder sind bereits eingetreten, und es werden täglich mehr“, so Breymaier.

Wahlkampf ohne Lügen, Beleidigungen und Hass

Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität nannte die 56-Jährige als Grundpfeiler im Wahlprogramm der SPD. Schulz stehe für Glaubwürdigkeit: „Wir haben einen tollen Mix, es macht Spaß“, sieht sie die Partei für die Bundestagswahl gewappnet. Sie sei guter Dinge, denn das Land brauche die SPD zum Regieren: „Ich habe noch nicht kapiert, wofür die CDU steht, die verwalten ja nur.“

„Wohnen ist Menschenrecht, das darf man nicht Spekulanten überlassen“, fordert Breymaier einen deutlichen Ausbau von bezahlbaren Wohnungen. Weiterhin streite sie für die Bürgerversicherung, bei der sie eine paritätische Finanzierung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern fordert, die sichere Rente (mindestens 50 Prozent vom Lohn) sowie die kostenlose Bildung von der Kita bis hin zu Meister und Studium. Besserverdienende sollen sich an der Finanzierung der Infrastrukturen beteiligen, sagte sie. Daher fordert Breymaier eine Vermögenssteuer, wobei Steuereinnahmen gebraucht würden, um notwendige Dinge zu finanzieren.

„Die Schere zwischen Arm und Reich muss wieder kleiner werden“, so Breymaier. Es brauche ein Europa der Menschen und nicht der Märkte. Den Wahlkampf will sie ohne Lügen, Beleidigungen und Hass führen.

Die Systeme sozialer und gerechter zu machen: Das hat sich der hiesige Bundestagskandidat Jonas Hoffmann auf die Fahnen geschrieben.

Zusammenhalt und Solidarität sind für ihn dabei höchste Werte. „Es ist besser, in Köpfe zu investiere, das bringt die meiste Rendite“, so der studierte IT-Fachmann.

„Wir dürfen uns nicht verängstigen lassen“

Grundlage für eine sichere Zukunft sind für ihn kostenfreie Chancen auf Bildung. Ebenso brauche es starke Gewerkschaften. Angst vor Veränderungen dürfe es nicht geben, Angst und Hoffnungslosigkeit gelte es zu bekämpfen, vor allem auch was Terror und Kriminalität angehe. „Wir dürfen uns nicht verängstigen lassen“, fordert er. Gleichzeitig ruft er zu Mut, Hoffnung und Engagement auf.
Quelle:
Lörrach-Brombach (lu).
http://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.kreis-loerrach-freiheit-gerechtigkeit-solidaritaet.aec68470-0797-4caa-84bf-b6bf0d1179ed.html