Im jährlichen Austausch sind die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kreis Lörrach und SPD-Abgeordneter Jonas Hoffmann einig: Ein starker Ausbildungsstandort sichert Lehrkräfte. Und es braucht endlich multiprofessionelle Teams an Schulen.
Vor vielen Jahren war Lörrach Seminarstandort für die Lehrerausbildung. Heute gilt das nur noch für die Primarstufe. Wo junge Menschen gemeinsam lernen, Freundschaft schließen, ins Berufsleben starten und Familie gründen, da bleiben sie oft wohnen. Das bestätigen Anja Hanke und Petteri Möhwald, die selbst als junge Lehrkräfte in die Region zogen.
Die Realität sieht anders aus: Über 200 Versetzungsanträge von Lehrkräften aus den Kreisen Lörrach und Waldshut liegen beim Regierungspräsidium in Freiburg vor. Eine Anfrage von Hoffmann an die Landesregierung zeigt zudem, dass in den letzten fünf Jahren überdurchschnittlich viele Lehrkräfte in der Grenzregion den Lehrberuf verlassen haben. Eine Stärkung von Lörrach als Ausbildungsstandort für Lehrkräfte verspricht Potenzial. Hoffmann betonte in diesem Zusammenhang die positive Wirkung der Dualen Hochschule auf den Standort Lörrach.
Eine weitere Besonderheit der Region sind große soziale Unterschiede. Zehn Schulen aus der Region konnten deshalb zusätzliches Geld auf Basis einer sogenannten sozialindexbasierten Bemessung erhalten. Einige Schulen haben die erhaltenen Mittel in den Aufbau multiprofessioneller Teams gesteckt. Damit ist eine Unterstützung und Ergänzung von Lehrkräften durch Schulpsychologin, Sozialarbeiter, Logopädin und andere Kräfte gemeint. Für Jonas Hoffmann gilt: „Bildung braucht Beachtung. Gerade in unserer Grenzregion. Mehr Ausbildung in Lörrach und multiprofessionelle Teams helfen allen: Lehrkräften, Schüler*innen und Eltern.“
Ein wiederkehrendes Thema ist der marode Zustand einiger Schulen im Landkreis. Wo Kabel ungesichert von der Decke hängen und es in Sporthallen tropft, wird das Lernen zur Nebensache. Der GEW-Kreisvorsitzende Nicolas Bühler und Hoffmann sind sich einig: Die Sanierung der Schulgebäude muss künftig deutlich höhere Priorität erhalten. Es geht nicht nur darum, die Gebäude instand zu setzen, sondern auch sichere und zeitgemäße Lernumgebungen für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Nur so kann gewährleistet werden, dass Bildung auf hohem Niveau stattfinden kann und Lehrkräfte unter angemessenen Bedingungen arbeiten.
