Beim Besuch im Westfeld in Basel erlebt SPD-Wohnpolitiker Jonas Hoffmann, wie die Baugenossenschaft wohnen&mehr aus einem ehemaligen Klinikgebäude modernen und gemeinnützigen Wohnraum geschaffen hat. Gemeinsam mit der Co-Geschäftsführung der Baugenossenschaft betont Hoffmann, wie entscheidend ein flexibler Stellplatzschlüssel für große Wohnprojekte ist.
In das Westfeldquartier laden bunte „Willkommen“-Letter einer riesigen Girlande ein. Hier sind Externe gern gesehene Gäste, die die Vorzüge des Areals nutzen sollen: Spielplätze, Eisdiele, Aufenthaltsflächen, Bistros und kleine Läden locken zum Verweilen an. Als bis vor sechs Jahren hier noch ein Krankenhausareal war, hatten Claudia Bauersachs und Claudio Paulin bereits eine Vision: Als Co-Geschäftsführung der Baugenossenschaft wohnen&mehr wollten sie das Gelände des ehemaligen Felix Platter-Spitals in modernen Wohnraum eines vielfältigen Stadtquartiers verwandeln. Dass dieses Konzept aufging, bestätigt der Erhalt des 14. Gestaltungspreis der Stuttgarter Wüstenrot Stiftung für die Umnutzung des Felix Platter-Spitals.
Vor Ort machte sich Hoffmann ein Bild von der Transformation des denkmalgeschützten Klinikgebäudes. Die Fassade und der Rohbau konnten erhalten bleiben. Wegen seiner archetypischen Form wird das alte Spital auch „das Schiff auf dem Westfeld“ genannt. Trotz der Modernisierung im Inneren ist der ursprüngliche Klinikcharakter durch die breiten Flure hier noch spürbar.
Das Projekt geht weit über reine Wohnraumschaffung hinaus und bietet Platz für moderne Wohn- und Lebenskonzepte. Neben Wohnungen mit Serviceleistungen für Wäsche und Mahlzeiten gibt es sogenannte Nestwohnungen, die getrennt lebenden Elternteilen jeweils einen eigenen Zugang zu den gemeinsamen Kinderzimmern bieten. Auch gemeinschaftlich genutzte Wohnbereiche, wie Koch- und Essräume, sowie buchbare Gästezimmer schaffen ein neues Miteinander.
Neben den 134 Wohnungen befinden sich im unteren Bereich des Gebäudes eine Kita, ein Quartierstreff, Gemeinschaftsräume, ein Lebensmittelladen, ein Fitnesscenter und ein Bistro. Bei der Wohnungsvergabe legt die Baugenossenschaft großen Wert auf soziale Durchmischung, um unterschiedliche Generationen und Lebensformen zusammenzubringen und bezahlbaren Wohnraum zu fördern.
Jonas Hoffmann stellt fest: „In ehemaligen Klinik-Gebäuden liegt viel Potenzial. In direkter Grenznähe zeigt das die Umnutzung des Felix Platter-Spitals. Dem Landkreis Lörrach könnte die Transformation des Spitals zu modernem Wohnraum zum Vorbild dienen.“
Als Erfolgsfaktor für das Projekt stellte sich unter anderem der niedrige Stellplatzschlüssel heraus. Während in Baden-Württemberg weiterhin ein Stellplatz pro Wohneinheit gefordert wird, liegt dieser Faktor im Westfeld bei nur durchschnittlich 0,2 Stellplätzen pro Wohneinheit. Dass dieser absolut ausreichend sei und eine erhebliche Entlastung beim Bau war, betonten Bauersachs und Paulin im Gespräch mit Hoffmann. Für eine Anpassung hinsichtlich der Stellplätze in der Landesbauordnung setzt sich die SPD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg ein. Hoffmann fordert: „Eine Flexibilisierung der Stellplatzverordnung seitens der Landesregierung ist dringend notwendig, um große Wohnbauprojekte wie im Basler Westfeld zu ermöglichen.“
