Mehr Verlässlichkeit bei der Kindertagespflege

Kindertagespflege ist neben Kindertageseinrichtungen die zweite Säule im Bereich frühkindlicher Bildung. Verlässliche Angebote sind dabei für Kinder, Eltern und Tagespflegepersonen immens wichtig. SPD-Abgeordneter Jonas Hoffmann und Verantwortliche des Kinderschutzbundes erörtern in Schopfheim, wie das möglich wird.

Vier Fachdienste sind im Landkreis Lörrach mit der Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen, umgangssprachlich auch Tageseltern genannt, beauftragt. 215 Kinder werden im Mittleren, Kleinen und Oberen Wiesental von knapp 60 vom Kinderschutzbund Schopfheim ausgebildeten Tageseltern betreut, berichtet Geschäftsführerin Anna Homberg. 

Tageseltern können in eigenen Räumen tätig, bei Familien angestellt sein oder sich zusammentun und in geeigneten Räumen gemeinsam Kinder betreuen. Auch Modelle, in denen Tagespflegepersonen bei einem Unternehmen oder einer Gemeinde angestellt oder in einem Verein organisiert sind, sind möglich. Solche Modelle bieten Chancen, dass Kapazitäten geschaffen werden, mit denen krankheitsbedingte Ausfälle aufgefangen werden können.

Die SPD-Landtagsfraktion fordert in einem Positionspapier, dass die Landesregierung aus CDU und Grünen die Kindertagespflege stärker fördert. Jonas Hoffmann erklärt: „Eine verlässliche Kinderbetreuung ist für viele Menschen Voraussetzung, um arbeiten zu können. Damit mehr Verlässlichkeit bei der Kindertagespflege möglich wird, braucht es Geld. Mit diesem Geld können Tageseltern besser abgesichert, Krankheitsvertretung erleichtert und Angebote verbessert werden.“

So will die SPD die Arbeit in der Kindertagespflege durch eine bessere Vergütung attraktiver machen. Dazu sollen auch mehr Kosten erstattet werden. Weiter sollen Regelungen eingeführt werden, die eine Krankheitsvertretung besser und regulär möglich machen. Dazu schlägt die SPD verschiedene Ansätze wie eine Vertretungsreserve oder die Vorhaltung von freien Platzkapazitäten durch eine Gemeinde, ein Unternehmen oder einen Verein vor, die pauschal vergütet werden. Tagespflegevereine und betriebliche Modelle sollen zudem stärker unterstützt werden.

Zuletzt sehen Hoffmann und die SPD-Fraktion auch Chancen in inklusiven Angeboten in der Kindertagespflege. Aus Sicht von Anna Homberg vom Kinderschutzbund Schopfheim ist das sinnvoll. Sie erklärt: „Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gilt für alle Kinder unter drei Jahren. Es braucht aber ein übergreifendes Konzept zur Umsetzung von Inklusion in der Kindertagespflege.“ Darüber könnte zum Beispiel landesweit festgelegt werden, dass bei inklusiver Kindertagespflege zwar weniger Kinder betreut, hierfür aber höhere Vergütungssätze bezahlt werden. Auch die besondere Qualifizierung von Tageseltern für eine inklusive Betreuung müsste so geregelt werden.

Jonas Hoffmann stellt fest: „Kindertagespflege ist unverzichtbar, muss aber weiter gestärkt werden. Vielen Dank an alle Tageseltern und Fachdienste wie den Kinderschutzbund Schopfheim, die sie unterstützen und ausbilden.“

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