Am 25. Mai 2018 ist in den Lokalzeitungen zu lesen, dass der MdB Armin Schuster CDU von Lörrach-Müllheim, sich zur S-Bahn im Kandertal positioniert. Dieser sagt aus, dass im Kandertal ein Leitbildprozess durchgeführt werden soll und falls in diesem Leitbildprozess die S-Bahn „als Herzstück“ auftaucht, man dann aktiv werden könne. «Somit versucht der Abgeordnete sämtliche Verantwortung in die Zukunft zu delegieren» so Jonas Hoffmann.
Die Durchführung eines Leitbildprozesses ist seit Jahren beschlossen, und natürlich erwartet niemand, dass eine S-Bahn in den nächsten 3-5 Jahren durchs Kandertal fährt. Aber wenn heute nicht die Grundlagen geschaffen und die Möglichkeiten evaluiert werden, wird, wenn der Leitbildprozess im Kandertal abgeschlossen ist, es noch deutlich mehr Jahre dauern bis mit Ergebnissen zu rechnen ist. Viel logischer und auch verantwortungsvoller wäre es, die Planung voran zu treiben, Finanzierung und Förderung zu evaluieren und sich mit möglichen technischen Lösungen ausseinder zu setzen.

Natürlich ist der Leitbildprozess im Kandertal elementar, doch ist noch nicht abzusehen wann dieser Prozess endgültig abgeschlossen ist. Deshalb ist ein «Zweigleisiges» (Achtung Wortspiel) Vorgehen der einzig verantwortungsvolle Weg.

Aber warum ist für den SPD Kreisvorstand, den SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger und Jonas Hoffmann, der selbst in Lörrach wohnt und im Wiesental aufgewachsen ist, dieses Projekt eines der zentralen Entwicklungsthemen?
Eine Bahnverbindung gibt allen Menschen ohne Auto die Chance, am gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen – Kindern und Jugendlichen, Älteren und Kranken und Menschen mit geringerem Einkommen. Deshalb ist für die SPD die S-Bahn ein höchst sozialdemokratisches Zukunftsprojekt.

Die S6 ist im Wiesental nicht mehr aus dem Alltag herauszudenken, und in einer Zeit in der der Individualverkehr immer mehr an seine Grenzen stößt, sind erfolgreiche Konzepte im Nahverkehr das einzig Zukunftsweisende. Und wenn ein ÖPNV-Konzept erfolgreich und zukunftsträchtig ist, dann, dass der S-Bahn. Egal, ob diese letztlich mit Oberleitung, Wasserstoff oder Batterie angetrieben und ob diese von einem Lokführer oder Künstlicher Intelligenz gesteuert wird.

Nun da Bürgerinitiativen und Unternehmer sich offen für das Projekt S-Bahn stark machen, gilt es die Dynamik aufzugreifen und Schritte zu gehen. Es überrascht nicht, dass der aktuelle Direktkandidat dieser Verantwortung nicht nachkommen möchte und mit seiner Aussage versucht dieses Zukunftsprojekt auf die lange Bank zu schieben.

Zuletzt möchten wir uns bei all den Engagierten Rund ums „Chanderli“ bedanken, die mit ihrer Arbeit, die Debatte über eine Reaktivierung, bis heute überhaupt möglich machen.

http://www.badische-zeitung.de/kandern/jonas-hoffmann-schuster-delegiert-alle-verantwortung-in-zukunft–153289610.html