Ein parlamentarischer Antrag des Lörracher SPD-Landtagsabgeordneten Jonas Hoffmann offenbart, dass etwa 18 Prozent der ohnehin geringen Anzahl landeseigener Wohnungen derzeit ungenutzt sind. Eigene Bautätigkeit? Fehlanzeige. Angesichts der angespannten Wohnsituation im Land sei dies kaum nachvollziehbar, so Hoffmann. Er fordert eine Landesgesellschaft, die selbst Wohnraum schafft.
Im Landkreis Lörrach liegt die durchschnittliche Kaltmiete bei etwa 12 Euro pro Quadratmeter und damit deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 9,22 €/m². Gleichzeitig fehlt es massiv an Wohnraum: Laut einer Analyse des Pestel-Instituts fehlen derzeit etwa 5 900 Wohnungen im Landkreis, um den Bedarf zu decken.
Die Wohnsituation ist jedoch nicht nur im Landkreis Lörrach angespannt. Im gesamten Land ist bezahlbarer Wohnraum ein knappes Gut: Landesweit gibt es laut Zensus von 2022 rund 2,5 Millionen Mietwohnungen. Laut einer Studie des Pestel-Instituts fehlen in Baden-Württemberg aktuell rund 192 000 Wohnungen. Der Bestand an Sozialwohnungen Ende 2024 lag laut Bauministerium bei lediglich 54.634 Einheiten. Das Land Baden-Württemberg besitzt selbst 1.158 landeseigene Wohnungen, von denen derzeit 205 ungenutzt sind.
„Die Landesregierung predigt ‚Jede Wohnung zählt‘ – handelt aber ganz und gar nicht danach“, erklärt Hoffmann. Die SPD fordert daher ein entschlossenes Handeln: „Wir müssen kommunale Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften stärken. Sie sind es, die in den letzten Jahren verlässlich Wohnraum für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen gebaut und verwaltet haben. Aber wir brauchen zwingend auch eine eigene Landeswohnungsbaugesellschaft. Die könnte auf landeseigenen Grundstücken bezahlbaren Wohnraum schaffen und die Kommunen beim Bau von weiterem Wohnraum unterstützen“, so Hoffmann.
